// 8. Ostseecup

Sommerloch verursacht für Westsachsens Rodler verkehrte Welt

Athleten vom Regionalteam Westsachsen erfolgreich beim 8. Ostseecup

Sommerlöcher gibt es nicht nur in der Politik, auch im Rennrodeln sorgt die Sommerpause alljährlich für ungewohnte Aktionen und jede Gelegenheit wird genutzt, um sich auf den Schlitten zu legen. So machten sich Sportler vom ESV Lokomotive Zwickau e.V., dem ESV Lokomotive Chemnitz e.V. und dem SSV Lichtenstein am vergangenen Wochenende auf an die Ostseeküste nach Dierhagen am Fuße des Darß, natürlich um zu Rodeln. Alle drei Vereine bilden seit wenigen Jahren das Regionalteam Westsachsen und bilden nicht erst seit der Kreisgebietsreform Trainingsgemeinschaften.

Zum Rodeln an die Ostsee - verkehrte Welt. Rodeln, eigentlich eine Wintersportart, jedoch legte der vergangene Winter mit Eis und Schnee große Gebiete der nördlichen Bundesländer lahm, so dass mit den ohnehin mangelnden Rodelbergen und Rodelbahnen an die Ausübung des Sports nicht zu denken war. Statt dessen macht man sich im Sommer einfach einen Hügel und Räder statt Kufen an den Schlitten zu Nutze und schon hat man eine Rennstrecke. Und das zog in diesem Jahr insgesamt 46 Starter in allen Altersklassen aus den Bundesländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt an die Ostseeküste, darunter 16 Starter aus Westsachsen.

Die Teilnehmer aus Westsachsen schlugen sich tapfer und konnten den einige Siege mit nach Hause nehmen. In der Jugend D siegte Alexander Lasch (SSV Lichtenstein), in der Jugend B siegte sein Bruder Felix (SSV Lichtenstein), bei den Damen holte Romy Reinhold aus Chemnitz den Sieg, Eric Göpel aus Zwickau gewann bei den Junioren und Michael Köhler aus Lichtenstein siegte bei den Senioren A. So verbuchten die Westsachen in fünf von insgesamt 14 Startklassen die ersten Plätze.

Als Rennstrecke diente eine asphaltierte, öffentliche, aber wenig befahrene Strasse, die ein ausreichendes Gefälle aufwies und extra für die Veranstaltung mittels offizieller Genehmigung abgesperrt wurde. Zur Erhöhung des Schwierigkeitsgrads wurden mit Kegeln Tore aufgestellt, die passiert werden mussten. Hier kam es auf präzises Steuern des Schlittens an. Dass die Veranstaltung durchaus einen sportlichen Stellenwert hat, zeigte Frank Hanst vom SSV Lichtenstein, der mit den Bedingungen im Training nicht zurecht kam und so im Wettkampf nicht an den Start ging.

Es gab auch eine Doppelsitzerkonkurrenz, bei der aus Westsachsen das Geschwisterdoppel Dany und Romy Reinhold an den Start ging, hierbei jedoch nur Platz sechs von sieben belegte. Plat sieben belegte das Doppel aus Lichtenstein mit Michael Köhler und Felix Lasch. Das gemischte Doppel mit Anke Blechschmidt vom hiesigen Zwickauer Verein und Jan Bielenski vom Blankenburger Rodelverein belegte den dritten Platz.

Der Wettbewerb fand am Samstag statt, die Zeit davor und danach von Freitag bis Sonntag wurde zu ausgiebigen Strandspaziergängen genutzt, es wurde gemeinsam gegrillt und manche rundeten den Aufenthalt an der See mit etwas Kultur ab, z.B. mit einem Besuch im Deutschen Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten. Natürlich ließen es sich einige Mutige nicht nehmen und wagten bei 15°C Außen- und Wassertemperatur den Sprung in die kühlen Fluten der Ostsee.

Für alle Teilnehmer war der 8. Ostseecup eine gelungene Veranstaltung und viele planen im kommenden Jahr bei der neunten Auflage wieder an den Start zu gehen, um ihre Titel zu verteidigen oder vielleicht auch noch den ein oder anderen Platz gut zu machen. Weitere Platzierungen: Jugend C - 2. Konrad Köhler (SSV Lichtenstein), Jugend B - 4. Tillmann Köhler (SSV Lichtenstein), Juniorinnen - 2. Marie-Luise Schindler (ESV Lok Zwickau), Herren - 2. Tobias Lenk, 5. André Hederer (beide ESV Lok Zwickau), Damen - 3. Anke Blechschmidt (ESV Lok Zwickau), Senioren D - 2. Dany Reinhold (ESV Lok Chemnitz), 4. Tobias Brandt (SSV Lichtenstein), Senioren A - 2. Thomas Köhler, 3. Sven Lasch (beide SSV Lichtenstein)

-Ein Bericht von André Hederer-